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Jenseits der industriellen Medizin

von Charles Eisenstein

 

Veröffentlicht am 29.09.2021

 

 

Charles Eisenstein (* 1967) ist ein US-amerikanischer Kulturphilosoph und Autor. Neben seiner schriftstellerischen Tätigkeit arbeitet er als Vortragsredner und freier Dozent.

»Was wollte ich machen? Ich war 36 und wusste es immer noch nicht. Und ich hatte noch immer keine Antwort auf jene Frage, die mich zeitlebens gequält hatte: Warum herrscht so viel Ungerechtigkeit auf dieser Welt? Dann, eines Tages, wurden beide Fragen mit einem Schlag beantwortet. Wie es bei solchen Fragen ist, war die Antwort viel größer als die ursprüngliche Frage. Sie löste ihre bisherige Logik auf und begann meine Welt neu zu ordnen. Die folgenden vier Jahre verbrachte ich damit, mein Herz und meine Seele in ein Buch zu gießen, Die Renaissance der Menschheit (The Ascent of Humanity), in dem ich darlegte, was sich an diesem Tag herauskristallisiert hat.

Diese „Neuordnung meiner Welt“ fand nicht nur auf intellektueller Ebene statt. Die nächsten fünf Jahre waren wie ein langer Geburtsvorgang. Meine alte Welt löste sich auf, und die Geburtswehen äußerten sich als Zusammenbruch all dessen, worauf ich bisher gebaut hatte. Es folgten Scheidung, Bankrott und Erschöpfung. Ich musste mich von einem „Leben unter Kontrolle“ verabschieden. In meiner Hilflosigkeit ließ ich zu, dass mir geholfen wurde. Und auf einmal wurden mir genau jene Dinge geschenkt, die ich aufgegeben hatte: Ich lerne Stella kennen und wir bekamen ein Baby, und jetzt ist so viel Liebe zwischen uns allen, einschließlich meiner Ex-Frau Patsy. Ich bin reich geworden, zwar nicht reich an Geld, aber reich an Verbindungen mit anderen Menschen.«

 

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