Charles Eisenstein

Pandemania, Part 1 + 2

von Charles Eisenstein

 

Veröffentlicht am 11.07.2022

 

 

Charles Eisenstein (* 1967) ist ein US-amerikanischer Kulturphilosoph und Autor. Neben seiner schriftstellerischen Tätigkeit arbeitet er als Vortragsredner und freier Dozent.

»Was wollte ich machen? Ich war 36 und wusste es immer noch nicht. Und ich hatte noch immer keine Antwort auf jene Frage, die mich zeitlebens gequält hatte: Warum herrscht so viel Ungerechtigkeit auf dieser Welt? Dann, eines Tages, wurden beide Fragen mit einem Schlag beantwortet. Wie es bei solchen Fragen ist, war die Antwort viel größer als die ursprüngliche Frage. Sie löste ihre bisherige Logik auf und begann meine Welt neu zu ordnen. Die folgenden vier Jahre verbrachte ich damit, mein Herz und meine Seele in ein Buch zu gießen, Die Renaissance der Menschheit (The Ascent of Humanity), in dem ich darlegte, was sich an diesem Tag herauskristallisiert hat.

Diese „Neuordnung meiner Welt“ fand nicht nur auf intellektueller Ebene statt. Die nächsten fünf Jahre waren wie ein langer Geburtsvorgang. Meine alte Welt löste sich auf, und die Geburtswehen äußerten sich als Zusammenbruch all dessen, worauf ich bisher gebaut hatte. Es folgten Scheidung, Bankrott und Erschöpfung. Ich musste mich von einem „Leben unter Kontrolle“ verabschieden. In meiner Hilflosigkeit ließ ich zu, dass mir geholfen wurde. Und auf einmal wurden mir genau jene Dinge geschenkt, die ich aufgegeben hatte: Ich lerne Stella kennen und wir bekamen ein Baby, und jetzt ist so viel Liebe zwischen uns allen, einschließlich meiner Ex-Frau Patsy. Ich bin reich geworden, zwar nicht reich an Geld, aber reich an Verbindungen mit anderen Menschen.«

 


Quellen und Anmerkungen:

  1. Ich bin ich mir durchaus der Kritik von Tom Cowan, Andy Kaufman und Stefan Lanka an der viralen Keimtheorie bewusst. Während ich überzeugt bin, dass sie einige wichtige unbeantwortete Fragen aufgreifen, beruht der überwiegende Teil ihrer Argumente, nach allem, was ich gesehen habe, auf einem Missverständnis davon, wie virale Genome sequenziert werden. Ich möchte an dieser Stelle nur klarstellen, dass ich ihre Kritik kenne.
  2. Meiner Ansicht nach hat die Keimtheorie ernstzunehmende Schwächen, da sie Pathogene als die Hauptursache ansteckender Krankheiten in den Mittelpunkt rückt. Auch wenn diese Sichtweise einige Erkenntnisse ermöglicht, lässt sie wesentliche Probleme unbeleuchtet, wie beispielsweise die Koevolution zwischen Keim und Wirt, Symbiose, nützlichen Gentransfer und die Vorteile eines geforderten Immunsystems. Besonders vernachlässigt wurde die Terraintheorie, die die körperlichen Voraussetzungen untersucht, unter denen Krankheiten gedeihen, und die im Standarddenken auf die einfache Frage reduziert wird, ob jemand ein starkes oder ein schwaches Immunsystem besitzt.
  3. Dazu kommen Kommentarspalten, die ähnliche Erfahrungsberichte von unerwünschten Ereignissen enthalten, die von Ärzten nicht anerkannt wurden. Einige Instagram-Kanäle, die inzwischen entfernt wurden, enthielten hunderte oder gar tausende solcher Erfahrungsberichte. Man kann sie leicht als das Werk „hysterischer Impfgegner“ abtun, aber auch hier gilt: Kann irgendjemand das wirklich wissen?
  4. Das zentrale Prinzip der Wissenschaftsreligion ist die Bescheidenheit; folglich ist ihr institutioneller Ausdruck die Arroganz.
  5. S. Mark Heim: „Das Ende des Sündenbockdenkens“. Institute for Faith and Learning at Baylor University, 2016. https://www.baylor.edu/content/services/document.php/264317.pdf

 

Die ganze Girard-Serie
Teil 1 und 2 im NACHHALL Nr. 15
nachhall.net/cfo02

Teil 3 im NACHHALL Nr. 21
nachhall.net/mmo03

Teil 3½ und 4 im NACHHALL Nr. 22
nachhall.net/kwg07

 

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